Stellungnahme der PIRATEN Erfurt zum kommenden Schulnetzplan

Die PIRATEN Erfurt kritisieren den Mangel von Mitbestimmung der Schulen,
Nichtbeachtung pädagogischer Konzepte sowie fehlende
Wachstumsperspektiven in der aktuellen Schulnetzplanung der Stadt.

Zum aktuellen Zeitpunkt, dem 01.12.2013, liegt ein Entwurf der
Stadtverwaltung zum Schulnetzplan [1] vor, sowie eine halboffizielle
Änderungsfassung. Während Reaktionen der betroffenen Schulen auf den
ersten Entwurf vorliegen, kann dies von der kurzfristig eingebrachten
Änderungsfassung nicht gesagt werden. Hier ist weitere Beteiligung der
betroffenen Schulen anscheinend von Seiten der Stadtverwaltung nicht
erwünscht.

Die Tatsache, dass zu einer Schule auch ein entsprechendes Umfeld aus
Kontakten u.a. zu Vereinen und Unternehmen gehört, und dass Schulen
Kooperationspartner aus diesem gewachsenen Umfeld haben, scheint im Amt
für Bildung der Stadt Erfurt unbekannt zu sein. Seit Jahren versuchen
sich die Schulen in Erfurt durch unterschiedliche pädagogische und
organisatorische Konzepte ein eigenes Profil zu erarbeiten. Dieser Fakt
wird im Schulnetzplan nicht beachtet. Umzüge, bei denen Schulen in ein
anderes Umfeld verpflanzt werden, erachten wir für kontraproduktiv.

Auch weiterhin weist die Erfurter Schulnetzplanung keinerlei Reserven
für zu erwartende Zuzüge nach Erfurt auf. Auf zu erwartende
Neubaugebiete wird zu wenig Rücksicht genommen. Die Folge werden lange
und für die Stadt Erfurt teure Schülertransporte werden. Über die
negativen Aspekte langer Schülertransporte liegen bereits
Forschungsergebnisse vor [2].

Während laut Schulnetzplan im Grundschulbereich zusätzlicher Bedarf am
Unterrichtsräumen für die Durchführung der Inklusion entsteht, scheint
dies an den fortführenenden Schulen nicht der Fall zu sein. Allerdings
ist es auch in den Klassen 5 -13 notwendig, räumliche Reserven für die
Inklusion vorzuhalten.
Zum Inhalt des Schulnetzplans ist zu sagen, dass pädagogische Aspekte
anscheinend nur geringe Bedeutung bei der Erstellung hatten. Durch die
Ausweitung der Schuleinzugsbereiche der Regelschulen bei gleichzeitiger
Einrichtung von Gemeinschaftschulen ohne Schuleinzugsbereich ist eine
noch stärkere Konzentration von Schülern mit emotional-sozial
auffälligem Verhalten an den verbleibenden Regelschulen zu erwarten.
Hier besteht die Gefahr der Entstehung neuer Brennpunktschulen in Erfurt.

Durch die Umsetzung des vorliegenden Schulnetzplanes ist mit einer
weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Lehrer an vielen
Schulen zu rechnen. Die starke Überalterung der meisten Lehrerkollegien
wird dann zu einem noch schnellerem "Ausbrennen" der Lehrer und dadurch
noch höheren Krankenständen führen. Wie dies mit dem Ziel,
Ausfallstunden zu reduzieren, in Einklang zu bringen ist, bleibt unklar.[3]

Ziel der Schulnetzplanung sollte eine Bildungslandschaft in Erfurt sein,
in der Schüler erfolgreich lernen und Lehrer arbeiten können. Diese
Grundforderung erfüllt für die PIRATEN Erfurt der vorliegende
Schulnetzplan jedoch nicht.

Quellen;
[1]
http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Mit-Unterschriften-gegen-den-Schulnetzplan-917015602
[2] http://idw-online.de/de/news552122
[3]
http://www.thueringen.de/imperia/md/content/rechnungshof/veroeffentlichungen/sonstige/sonderbericht_2609.pdf

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